Panel IIIa - Schnittstellen zwischen Medienökonomie und Journalistik

Moderation: Prof. Dr. Frank Lobigs

Der Ökonomisierungssprung des Journalismus im digitalen Zeitalter – Identifizierung eines Umbruchs mittels klarer Indikatoren


Die schon länger geführte Debatte um eine fortschreitende Ökonomisierung des Journalismus ist an einem toten Punkt angekommen. Zu wenig Konsens herrscht über die Indikatoren, an denen sie festgemacht werden könnte. Zudem fehlt den Indikatoren häufig die begriffliche Klarheit, oder ein klares Konzept, was Ökonomie bzw. Ökonomisierung eigentlich bedeutet. Was sind z.B. notwendige und hinreichende Bedingungen für Ökonomisierung? Es sei bei dreien kurz auf die größten Probleme eingegangen: Effizienzsteigerung allein ist kein Kriterium für Ökonomisierung, rationales führt nicht automatisch zu wirtschaftlichem Verhalten und außerdem ist die argumentative Rationalisierung von Handlungen fast immer auch nachträglich möglich. Aus solchen Analogien setzt sich eine Metapher von Ökonomie zusammen, von deren der Grad der Ökonomisierung abhängig gemacht wird. Ein verlässliches Urteil lässt sich so nicht fällen.

Christian Schäfer-Hock (TU Dresden)

Gesprächswert in der Sportberichterstattung als Indikator für Konsumkapital – Ökonomische Bewertung von Nutzerkommentaren auf Online Nachrichten Portalen


Der Sport stellt für die Medien mittlerweile einen zentralen ökonomischen Faktor dar und ist für alle massenattraktiven Medien ein „nahezu unverzichtbarer Bestandteil der Berichterstattung“. Die Nachrichtenfaktoren Personalisierung, Prominenz, Konflikt, räumliche Nähe und Ethnozentrismus zeigen sich in diesem Bereich als besonders relevant. An Hand der Studie soll die Wirkung von sporttypischen Nachrichtenfaktoren auf ihren Gesprächswert und damit indirekt als Indikator für Konsumkapital untersucht werden. Um die Fragestellung repräsentativ beantworten zu können wird mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse der Online- Fussballberichterstattung der beiden reichweitenstärksten Online-Nachrichtenseiten in der Schweiz nachgegangen. Hierbei handelt es sich um die Onlineableger von Blick und 20 Minuten.

Pascal Barro / Philippe Fischer (Uni Zürich)

Exposé

Die Dynamik von Social TV – Themenverläufe und inhaltliche Aufmerksamkeitsfaktoren


Einer der spannendsten Trends der Fernsehindustrie ist das Zusammenspiel von sozialen Online-Medien und dem aktuellen Fernsehprogramm. Dieses „Social TV“ bietet viele direkte ökonomische Anwendungen wie die Beeinflussung von Marktanteilen, basierend auf sozialen Trends. Auch diverse indirekte Applikationen sind relevant, da sie möglicherweise Einfluss auf die Genauigkeit und Aussagekraft von Marktforschung haben kann. In diesem Vortrag wird anhand der Sendung „ Dschungelcamp“ und dem sozialen Dienst Twitter Parallelen zwischen den Ereignissen der Sendung und denen darauf folgenden sozialen Reaktionen (Tweets) gezogen. Hierbei wird besonderer Wert auf die Dynamik der Kommunikation gelegt und der der Verlauf dieser Ereignisse genauer analysiert.

Daniel Possler / Lena Hautzer / Prof. Dr. Helmut Scherer / Prof. Dr. Beate Schneider / Christopher Buschow
(Hochschule für Musik und Theater Hannover)

Exposé